Für alle genehmigungspflichtigen Bauvorhaben ist ein Lageplan gemäß § 3 Bauprüfverordnung (BauPrüfVO) erforderlich.

Die BauPrüfVO stellt sehr konkrete Anforderungen an die Qualität und Inhalt von Lageplänen für Bauvorhaben.

In bestimmten Fällen schreibt die BauPrüfVO die Anfertigung eines Amtlichen Lageplanes vor.

Dieser muss von einem ÖbVI angefertigt und mit öffentlichen Glauben beurkundet werden (Unterschrift und Siegel des ÖbVI). Der Amtliche Lageplan ist vorgeschrieben wenn:

  • Es sich bei den Grenzen des Baugrundstücks um nicht festgestellte Grenzen im Sinne des Vermessungs- und Katastergesetzes (VermKatG) handelt.
  • Die Grenzen des Baugrundstücks und die vorhandenen baulichen Anlagen auf dem Baugrundstück und den angrenzenden Grundstücken so vermessen sind, dass für die Grenzpunkte Koordinaten in einem einheitlichen System nicht ermittelt  werden können.
  • Eine Baulast im Sinne der BauPrüfVO auf dem Baugrundstück oder auf angrenzenden Grundstücken zugunsten des Baugrundstücks besteht oder
  • Besondere Grundstücksverhältnisse, insbesondere infolge des unübersichtlichen Verlaufs der Grenzen des Baugrundstücks der Grenzversprünge oder Grenzknicke oder wegen Grenzüberbauungen die Beurteilung von Gebäudeabständen und Abstandsflächen exakte Maßangaben erfordern.
  • Für die Genehmigung von Grundstücksteilungen.

Die Eigenschaft des Grundstücks (Geländeform mit Höhen, markante Bäume, Nachbarbebauung, Erschließungsstraße, Kanalanschluss usw.) ist wesentliche Grundlage für die Planung Ihres Bauvorhabens. Nach der örtlichen Vermessung des Baugrundstücks wird ein Grundlagen bzw. Vorplan mit allen Angaben angefertigt, die Ihr Architekt für eine professionelle Planung Ihres Neubaues benötigt.

Ist die Planungsphase abgeschlossen, gibt Ihr Architekt die Bauzeichnung an den ÖbVI weiter. Jetzt erfolgt die Anfertigung des Amtlichen Lageplanes zum Bauantrag mit Eintragung Ihres Bauvorhabens und den erforderlichen Berechnungen. Tatbestände am Grund und Boden werden abschließend mit öffentlichem Glauben beurkundet.